Wozu ist ein Kaufvertrag notwendig?
Diese Fragen stellen sich wohl viele Katzenliebhaber. Und nachdem sie so einen Vertrag dann gelesen haben, schlucken sie erst mal. Als wir unsere zwei Katzen kauften, erging es uns genauso. Der Kaufvertrag dient aber in erster Linie einzig und allein dem Schutz der Katzen und deswegen sollte ein ausführlicher Kaufvertrag aufgesetzt werden, der die Rechte und Pflichten beider Vertragspartner regelt. Eine der Klauseln bezieht sich beispielsweise auf das Vorkaufsrecht des Züchters, welches dazu dient, dass man als Züchter die Möglichkeit hat zu verhindern, dass das Tier in schlechte Hände gerät oder an ein Tierheim abgegeben wird. Es ist leider so, dass man eine stetig ansteigende Anzahl an Rassekatzen in Tierheimen vorfindet. Auch dürfen Katzenkinder natürlich nicht als Spielzeug oder als Geschenk an Dritte verkauft werden. Weiterhin ist festgelegt, das Kätzchen artgerecht zu halten, zu pflegen und für die medizinische Betreuung sowie regelmäßige Impfungen zu sorgen. Außerdem wird vereinbart, ob das Kätzchen als Liebhaber- oder Zuchttier erworben wird. Wer also mit einem Tier züchten will, muss dies natürlich auch vorher anzeigen, damit das für ihn passende Kätzchen ausgesucht werden kann. Nicht jede Rassekatze ist automatisch auch zur Zucht geeignet! So ist eine als Liebhabertier erworbene Katze nicht zu Zuchtzwecken zu benutzen, vielmehr ist dem Züchter nach Eintreten der Geschlechtsreife ein tierärztliches Attest (mit genauen Angaben zum Tier) von erfolgter Kastration vorzulegen. Nur so kann gewährt werden, dass kein Unfug mit den Tieren angestellt wird. Der Kaufvertrag ist aber auch eine Absicherung für den Käufer. Es wird der Kaufpreis, die Höhe der Anzahlung sowie der Übergabetermin festgesetzt. Des weiteren ist Ihr Kätzchen genau beschrieben, inklusive Geburtsdatum und Stammbaumnummer, damit der Käufer sicher sein kann auch das Tier zu erhalten, welches er sich ausgesucht hat. Ebenso ist versichert, dass das Tier zum Zeitpunkt der Übergabe vollständig geimpft, entwurmt, gesund und frei von sichtbaren, ansteckenden Krankheiten ist. Seriöse Züchter händigen dem Käufer nach dem offiziellen Kauf die Papiere wie Ahnentafel und Impfpass aus und geben evtl. einen Ernährungsplan mit, der auch Auskunft über die bisherige Ernährung gibt. Warum sind Rassekatzen eigentlich so teuer ...?
Für den Kauf eines Birma-Kätzchen, das nicht für die Zucht eingesetzt wird (Liebhabertier), müssen Sie ca. 500,- bis 600,- € bei einem seriösen Züchter einplanen.
Dies mag auf den ersten Blick nicht gerade billig erscheinen, aber verantwortungsvolle Aufzucht von Katzen ist ein teures Hobby. Addiert man alle Kosten, wie zum Beispiel Gesundheitsvorsorge, Deckgebühren (auch die Haltung eines eigenen Zuchtkaters kann kostspielig sein), tierärztliche Betreuung der trächtigen Katze, Tierarztbesuche bei Krankheit der Mutter-Katze und der Kitten (kann auch schon mal gerne am Wochenende passieren), Untersuchungen und Impfungen der Jungtiere, Zuchtwertschätzung der Elterntiere auf Ausstellungen, jede Menge Spielzeug und ganz besonders Katzenstreu, u.s.w., geht es eben nicht günstiger - ein guter Züchter steckt viel Geld in seine Katzen. Der Kaufpreis, den er für seine Jungtiere verlangt, deckt im Allgemeinen diese Ausgaben kaum. Die meisten genannten Kosten trägt jeder Züchter natürlich selbst, nur einen Teil der entstandenen Kosten wird auf die Käufer umgelegt, denn: Katzenzucht ist zwar ein Hobby, aber eine artgerechte und gewissenhafte Zucht erfordert vom Züchter neben hohem persönlichen Einsatz auch hohe finanzielle Aufwendungen. Nur durch diese vielen Mühen, die ein Züchter hat, können Sie ein gesundes, gut sozialisiertes und reinrassiges Kätzchen bekommen. Anzumerken ist, dass ein Stammbaum gerade einmal durchschnittlich mit ca. 16,00 € zu Buche schlägt. Wenn Ihnen also Tiere zu einem deutlich niedrigeren Preis, ohne oder mit dubiosem Stammbaum, angeboten werden, seien Sie bitte vorsichtig. Jungtiere sollten im entsprechendem Alter abgegeben werden, und zwar zwischen der 13. und 14. Woche und von einem Züchter stammen, der Mitglied in einem eingetragenen Zuchtverein ist. Diese Vereine garantieren auch für die Richtigkeit der Eintragungen im Stammbaum und verlangen vom Züchter, dass er die Jungtiere nicht zu früh und ohne die vorgeschriebenen Impfungen abgibt. Er darf keine Tiere an gewerbliche Tierhändler oder zu Versuchszwecken verkaufen. In einem solchen Fall würde man sofort aus seinem Verein ausgeschlossen werden. Diese Vereine haben entsprechend dem Tierschutzgesetz strenge Haltungs- und Zuchtrichtlinien und einige führen Züchterkontrollen durch. Sicherlich gibt es auch auf dem Heimtiermarkt Rassekatzen ab ca. 350,- €. Allerdings würde ich mich fragen, wo da der Haken an dieser Sache ist. Entweder haben sie dann keine Stammbaumurkunde oder sie kommen aus oft tierschutzwidrigen in- und ausländischen Großzuchten. Oft sind die Tiere zu jung, krank und völlig verstört, der Transportweg und die Unterbringung ist häufig eine Qual. Am Ende steht ein Käufer, der aus Mitleid solche eine Kreatur "befreit" und gleichzeitig damit eine neue auf den Weg schickt. Solange es eine solche Nachfragen gibt, wird diese Art des Tierhandels nie enden. Bei solchen Schleuderpreisen muss grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Elterntiere sowie Katzenbabies sie teuer mit ihrer physischen und psychischen Gesundheit bezahlen. Selbstverständliche Dinge wie artgerechte und ausreichende Ernährung, Liebe, Pflege, ausreichend Platz, Hygiene, Gesellschaft, Gesunderhaltung, Impfungen, Spielzeug, Kratzbäume, etc. sind diesen armen Tieren vollkommen fremd. Das alles kostet viel Zeit und viel Geld. Welche Folgekosten, Ängste und Sorgen auf Katzenfreunde zukommen können, die bei so genannten Massenzüchtern ihre Rassekatze kaufen, ist ihnen meist nicht bewusst. Daher sind mit Verantwortung gezüchtete Katzen nicht zu Schleuderpreisen zu haben. Gesundheit, optimale Pflege, Ernährung und Liebe für seine Tiere haben nun mal seinen Preis. Wieso Liebhabertier??
Ein gewissenhafter Katzenzüchter bewertet natürlich seine Jungtiere nach bestimmten Auswahlkriterien. Wird ein Kätzchen als Liebhabertier verkauft, heißt dies, dass mit diesem Kätzchen nicht gezüchtet werden darf. Diese Kätzchen werden dann mit der Auflage abgegeben, sie ab einem bestimmten Alter kastrieren zu lassen.
Liebhaberkatzen, die eventuell kleine "Fehlerchen" aufweisen, wie z. B. weiße Flecken in den Points (z. B. Kinnfleck), dunkle Flecken in den Sporen, keine Römernase, zu wenig oder zu viel Weiß bei den Handschuhen, zu hohe oder keine Sporen, Knickschwanz, etc., sind natürlich vom Charakter her und ihrer Anmut genauso so liebenswert wie eine Zucht- oder/und Ausstellungskatze. Die standardmäßigen Schönheitskriterien spielen bei einem Liebhabertier natürlich überhaupt keine Rolle. Hier sollte es einfach Liebe auf den ersten Blick sein. Die Katze wird es Ihnen ihr ganzes Leben lang danken. Diesen Text hat mir freundlicherweise Sabine Schulz (www.les-charmants.de) zur Verfügung gestellt. |
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